Tomte
diese platte. diese band. es ist so wow.

Rezensionen Du weißt, was ich meine:

PLOT:
Besser als Samba, härter als Torax und eher Primaner als Tutoren, von daher noch lernfähig. Seit TOCOTRONIC häufen sich Bands, die so ähnlich klingen wie selbige ( oder vielleicht kommt es einem nur so vor), und jedesmal werden sich die Bands mit Händen und Füßen dagegen wehren, mit ihnen in eine Topf geworfen zu werden. Ich kann's verstehen, andererseits bleibt einem manchmal auch nicht viel übrig. Zum Trost bleibt immer noch die Anerkennung, daß die Hamburger Schule große Klassenzimmer hat und seit neuestem dort auch Fernstudiengänge angeboten werden. Außerdem sind TOMTE wütender und auf der guten Seite der Macht, denn da ist auch noch ...BUT ALIVE, EINLEBEN und mehr in ihrem persönlichen Topf, was heißt, daß sie nur manchmal so richtig nach dem einen Trio aus Hamburg klingen. Mit jugendlichem Leichtsinn, den wir ja alle noch haben, fällt eine Begeisterung nicht schwer! Karl-Heinz Stille

KOMM KÜSSEN:

Es gibt CDs, die sind wie ein guter Freund. Und diese guten Freunde sind bekanntlich die Leute, die " wissen was man meint". Meist sogar ohne das man es sagen muß. Die sympathischen Hemmoorer Emo-Punks schaffen es mit ihrem ersten Album auf Anhieb, dieses Gefühl der Vertrautheit ( das sonst von TOCOTRONIC-Fans jeglicher Coleur so gerne beschworen wird ) herzustellen. Denn wer kennt das Gefühl nicht , manchmal lieber mit Fremden zu reden," als mit halbguten Freunden". Weil man da sagen darf was man denkt. Ohne Sanktionen fürchten zu müssen. Aber die TOMTE-Cd ist mehr als ein halbguter Freund. Vergleiche wie BOXHAMSTERS und EA 80 anzuführen, gilt in Journalistenkreisen als tierisch schick, wenn es darum geht, über diese Band zu berichten. Doch das kommt den dreien vermutlich ebenso aus denOhre raus wie das ewige " aber ihr ...äh... TOCOTRONIC...". Hauptsache deutsch. Hauptsache Musik. Das scheint das derzeitige Motto in den Büros der Industrie. Doch im Gegensatz zu so vielen, die sich derzeit diese Maxime zu Herzen nehmen und in ihrer Muttersprache drauflosschwätzen was das Zeug hält und ohne sich einen feuchten darum zu scheren, was für ein Dreck dabei herauskommt, verstehen es Thees, Stemmi und Timo, in ihren Songs Dinge auf den Punkt zu bringen und Tiefe zu erreichen. Ohne jede Spur von Pathos. Stücke wie " Ich lerne schwimmen", " In Köln und dann in meinem Zimmer" oder "Pflügen" klingen anfangs vielleicht etwas sperrig. Aber die besten Freunde entpuppen sich auch oft als diejenigen, die man für die größten Idioten hielt, als sie damals neu in die 11a kamen. Christoph

VISIONS:

"Ich möchte kein Pantera mehr hören müssen, ich werde schon genug angeschrien, und je mehr ich drüber nachdenken muß, hab' ich alles und nichts mit euch zu tun." Immer wieder Hamburg. Dort, wo die jungen Kreativen sich gegenseitig auf die Schultern klopfen. Dort, wo die wichtigen Dinge geschehen. Und wieder einmal sind drei losgezogen : Drei gegen den Rest der Welt, denn die ist bekanntlich schlecht, und es gibt so viel, um sich zu beschweren. TOMTE verlieren sich nicht im interlektuellen-verquasten Abstraktum, vielmehr erzählen sie Geschichten aus ihrer kleinen Welt, Alltagsminiaturen als Bestandsaufnahme zur Lage der Situation, Maßstab 1:72. Sie wollen sich nicht zurücklehnen, denn si sind sich über sich selbst und die anderen nicht im klaren. Ein bißchen Wut. Und Angst. Und Lärm. TOMTE rocken, geradeheraus, ohne Diskurs zu führen. Gitarren sprechen. Hier wird der Schulterschluß versucht zwischen Sound und Attitude von Punk und Hamburger Schule, schließt sich der Kreis zwischen DACKELBLUT und TOCOTRONIC. Vielleicht keine Platte auf die man gewartet hat, aber eine, die man mögen wird. Patrizia Wedler
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